TYPOBerlin 2008 - Image

Die TYPO ist beendet:

Hier finden Sie die Dokumentation:
 
 

Feedback/Auswertung

Was war gut, was können wir
noch verbessern? Wir wollten Ihre
Meinung wissen.
Ergebnisse anschauen
 

Zur Person

 

Łukasz

 

Dziedzic

 
 
Portrait Łukasz Dziedzic
 
Łukasz Dziedzic wurde 1967 in Warschau geboren. Anstatt das Gymnasium abzuschließen, arbeitete er als Tontechniker und gelegentlich Schauspieler in einer Kinder-Theater-Gruppe, verbrachte ein Jahr als Tischlerhelfer beim Wiederaufbau von Kirchen aus dem 13. Jh., stellte seine Stimme und seine Bass-Gitarre Fähigkeiten der Band »Dunski Jazz« zur Verfügung und arbeitete als Software-Entwickler beim polnischen Patentamt.

Während der ersten freien polnischen Wahlen 1989 arbeitete er kurz als Zeitungsjunge für Gazeta Wyborcza, die frisch ins Leben gerufene, erste unabhängige Tageszeitung des Landes. Ein Jahr später trat er der Design-Abteilung von Gazeta Wyborcza bei. Dort war er sieben Jahre lang an dem Design der Tageszeitung und deren wöchentlichen Beilagen beteiligt, für die er seine erste Schrift zeichnete. Später arbeitete er für mehrere andere warschauer Zeitungsverlage (seit 2003 bei Axel Springer Polska), bei den er Zeitungen und Zeitschriften mitgestaltete. In dieser Zeit entwickelte Łukasz mehr als ein Dutzend Schriftfamilien, von großen lateinischen und kyrilischen Brotschriftfamilien bis hin zu einzelnen Display-Schnitten. Viele dieser Schriften waren ursprünglich für eine Zeitung oder Zeitschrift angedacht. Einige wurden dort regelmäßig oder gelegentlich eingesetzt (in Polen: Gazeta Wyborcza, Leben, Przyjaciółka, Fakt, Lub Czasopismo, Gość Niedzielny, TeleŚwiat, Komputer Świat, in Russland: OK!, in Deutschland: OK! Und Seite), andere wurden nie benutzt.

In 2007 entwarf Łukasz eine mit drei Schnitten und zwei Alphabeten (Lateinisch, Kyrillisch) angelegte Corporate-Schriftfamilie für empik, einen der größten polnischen Einzelhandelsketten für Bücher, Presse und Musik. Zeitgleich veröffentlichte FontShop International zwei Schriftfamilien von Łukasz Dziedzic (FF Clan und FF Good), mit zwei weiteren Familien in Vorbereitung (FF Pitu und FF More).
 
 
 

Große Schriftfamilien, die Presseverleger glücklich machen (E)

 
In den USA gibt es bei Zeitungen und Zeitschriften oft die Stelle eines »Type Directors«, der für die Schriftenauswahl und die typografische Feinabstimmung verantwortlich zeichnet. Auch wenn er nie so betitelt wurde, hielt Łukasz eine solche Position während der letzten 12 Jahre bei mehreren großen polnischen Zeitungsverlagen. Er »entwarf den Text« für Tages-, Wochen- und Monatspressetitel in verschiedenen Marktsegmenten: für Männer, Frauen oder beide Geschlechter, Nachrichten, Computer, Sport oder Kultur, im niedrigen oder mittleren Markt – inklusive Titel wie Podróże, Przekrój, Newsweek, Forbes, Komputer Świat, Fakt sowie einiger unveröffentlichten Projekte. Der gemeinsame Nenner für die meisten dieser Projekte war: große Auflagen, keine Experimente. In dieser Position lebte Łukasz zwischen zwei Welten: der einen Welt der Gestaltung, der schönen Farben, der Typografie, und der gut zugeschnitten Bilder, und der zweiten Welt der aggressiven Einfachheit des Marktes. Er war ständig auf der Suche nach Schriften, die gut in beide Welten passen würden, und wenn er eine nicht finden konnte, zeichnete er sie. Einige der Entwürfe wurden angenommen, andere wanderten in den Papierkorb, und einige Pressetitel wurden nie veröffentlicht. Basierend auf dieser Erfahrung wird Łukasz versuchen, Antworten auf folgende Fragen zu formulieren:

1. Warum brauchen Zeitungen und Zeitschriften einen Redesign?
2. Warum ist oder sollte Redesign oft unsichtbar für den Leser sein?
3. Warum lassen Schriften alleine ein Layout »alt« oder »frisch« aussehen?
4. Wie zeichne ich schnell große Schriftfamilien?